TOKARA Restaurant, ausserhalb Stellenbosch

Unser Besuch vom 23. Januar 2008

Das Tokara Weingut liegt ausserhalb Stellenbosch, Richtung Franschhoek, am Helshoogte Pass. Das Nachbarweingut ist Thelema mit dem legendären Gyles Webb als Winemaker und Inhaber, bester Kellermeister über die letzten 10 Jahre, nicht schlecht für einen gelernten Buchhalter. Aber das ist eine andere Geschichte.

Also vis-à-vis liegt TOKARA von GT Ferreira. Der Name ist abgeleitet von seinen Kindern Tomas & Kara. Beruflich ist er ein bisschen im Bankgeschäft engagiert, RMB & FNB gehören zu seiner Sammlung. Das Weingut hat den teuersten eingerichteten Weinkeller und von den Rebbergen werden vor der Ernte mit Infrarotkameras Aufnahmen gemacht um die Reifegradunterschiede zu analysieren. Auch das ist eine andere Geschichte. Auch das mit der Galerie und dem sensationellen Olivenöle, die Flaschen geben Auskunft wie beim Wein über  den Jahrgang und Inhalt, also Olivensorte, rein oder gemischt. Das ist doch auch so beim Italienischen und Spanischen Olio, oder? Dies ist aber mehr als eine andere Geschichte.  

Also zum Restaurant. Chefkoch Etienne Bonthuys führt das Restaurant seit Eröffnung im Oktober 2000 auf eigene Rechnung selbständig. Etienne absolvierte in Belgien seine Kochausbildung und eröffnete in Paarl sein erstes Restaurant, anschliessend in Kapstadt im Floris Smit Huis und das Hochdotierte Bonthuys. Aber jetzt auf Tokara mit 7 weiteren Köchen & -innen, die eine konstante gute Leistung bringen. Darum hat er auch „nur“  5-Tage in der Woche offen,  Dienstag – Samstag!

Vorher hatten wir die Weinprobe bei Tokara, welche immer noch gratis ist, obwohl sich die Auswahl mengen- und Qualitätsmässig nicht zu schämen braucht, im Gegenteil, da mussten wir schon anderswo für 4-5 nicht unserem Geschmack entsprechenden unter Wein laufender Flüssigkeit einen Obolus bezahlen. Richtig, das ist eine Geschichte die wirklich nicht hierher gehört.

Also jetzt sind wir im Restaurant mit herrlicher Aussicht durch die grosszügigen Fenster, resp Verglasungen auf den Rebberg und Weinregion. An der Architektur und Ausstattung wurde nicht gespart, ist doch schön, dass es noch Leute ohne Geiz ist Geil Mentalität gibt, da lässt es sich auch viel besser geniessen. Wollen Sie wissen was wir gegessen haben? Dann lesen Sie bitte weiter. Meine Frau entschied sich zur Vorspeise für eine Fois gras, steht so auf der Karte und nicht Foie,  mit einer Himbeerreduktion und 2 pochierten Austern an einem Safranjus für R120. Sie hat eben bald einen runden Geburtstag und trainiert fürs Festmahl. Es war wunderbar, auch die Präsentation und die selbstgebackenen Brötchen, seit die auf Fairview am Brotkurs waren ist auch dieses für uns verbreitete Brotproblem elegant gelöst.. Ich entschied mich für das Salmtartar, dünn geschnittenes rohes Rinderfilet (somit dicker geschnitten  als Carpaccio)  und 2 ausgelösten Austern, sozusagen ein kleines Surf & Turf. Herrlich. Da brauchte ich aber 2 von den kleinen, herzigen, schmackhaften Brötchen, R95. 

Als Hauptspeise bestellte meine Gemahlin eine zweite Vorspeise. Wachtel mit Apfelschnitzen an einer Calvados –Apfelcremesauce. Subtile Geschmackskombinationen für R105.

Ich begnügte mich mit einem Hauptgang. Rinderfilet, perfekt gebraten, mit Mark und fein geschnittenen roten Zwiebel an einer Rotweinsauce und nicht verkochter Gemüsebeilage für R145. Gut hatte es noch ein Brötchen zum die Sauce aufzuputzen. Nicht dass ich noch Hunger gehabt hätte, aber da könnte ich noch süchtig werden. Da wir die Tokara Weine schon degustiert hatten, entschieden wir uns für einen Thelema Sauvignon Blanc für R120. Herkunft siehe Einführung.

Zur Nachspeise teilten wir uns ein Chocolate Surprise Küchlein, warm mit flüssiger Schokolade gefüllt, himmlisch. Nachher noch je einen doppelten Espresso und die Welt war immer noch in Ordnung und wir inkl Trinkgeld R745 leichter.

Trotzdem noch eine kleine andere Geschichte zur Information. Es ist eine weit verbreitete Unsitte, nicht nur hier, auch in Europa, den Rotwein mit der gerade herrschenden Umgebungstemperatur zu servieren oder eben der falsch interpretierten Raumtemperatur. Hatten wir hier auch in Restaurants in lokal ansässigen Nobelherbergen! Das Tokara  Restaurant hat 3 gefüllte Kühlschränke mit Rotwein auf 16° C   eingestellt. Bravo. Wenn sie woanders Essen und den Rotwein zu warm serviert bekommen, bitte reklamieren Sie und bestellen einen Eiskübel um die Flasche zu kühlen und nicht das Eis ins Weinglas. Besten Dank und zum Wohle.